Auf den Spuren des Dämons!

Geschichtliche und historische Themen aufzuarbeiten und mit ein wenig Fantasy in ein Buch zu packen, ist eines der Dinge, die ich gerne tue. Doch wenn die Geschichte fertig ist, und die Protagonisten Namen haben, sich schlimme Erlebnisse aneinanderreihen, mache ich mich nur allzu gerne selbst auf den Weg um die Schauplätze nochmals zu besuchen. Der Unterschied von vorher zu nachher ist meist unglaublich.

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In den Kasematten in Rastatt, die Teil der ehemaligen Festung sind, darf man einmal im Monat einige freigelegte Bereiche besichtigen. Unter großen Anstrengungen wurden, und werden noch, viele Teile der ober- sowie unterirdischen Kasematten restauriert und über geführte Besichtigungen der Öffentlichkeit zugängig gemacht. Der Historische Verein in Rastatt gibt sich vielen Bemühungen hin, so viel als möglich dieser Rastatter Vergangenheit aufzuspüren und zu bewahren.

Die Festung mit ihren Kasematten ist einer der Dreh- und Angelpunkte meiner Geschichte. Deswegen heute ein kleiner kurzer Ausflug dort hinein.

Mitte des 19. Jahrhunderts, zur Zeit der Badischen Revolution entstand eine Festung von beispiellosem Ausmaß. Um die damalige Stadt Rastatt herum wurde ein Festungsgürtel von über acht Kilometer Länge gebaut. Tausende Soldaten fanden darin Platz, in einem wohl durchdachten Labyrinth von Gängen, die teilweise bis zu sechs Meter unter der Erde lagen. Doch so gut die Anlage durchdacht war und ihre Vorteile im Falle eines Angriffes bot, so schlecht wirkte sie auf die Gesundheit der Soldaten. Es starben durch die Feuchtigkeit und die Kälte dort unten mehr Soldaten an diversen Krankheiten, wie durch die Preußen, die den Aufstand später niederschlugen.

Beinahe glaubt man, wenn man dort unten steht, das Treiben der Soldaten zu spüren.

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Vorher höre ich mir die historischen Ereignisse an, von Menschen, die darüber Bescheid wissen. Recherchiere im Internet, kaufe massenweise Bücher, um nachzulesen und sofern es machbar ist, besuche ich die Schauplätze, um mir ein Bild der Umgebung zu machen. Den Flair einzufangen, den Geruch, Farben und Klänge in mir wirken zu lassen. Oftmals kommen so zu der Idee noch weitere hinzu, die Geschichte bekommt ein Bild.

Nachher ist das Bild, die gleiche Umgebung, etwas vollkommen anderes. Ja, kaum zu glauben, aber es ist so. Denn ich weiß, dass z.B. meine Protagonistin einen bestimmten Weg entlang geeilt ist, auf dem ich in diesem Moment auch gehe. Ich weiß, dass an der ein oder anderen Stelle ein anderer sein Leben lassen musste. Voller Spannung laufe ich langsam in den unterirdischen Gängen meiner Geschichte umher, spüre die Kälte und bekomme dieselbe Gänsehaut wie die Hauptperson in der Geschichte. Sehe meinen Atem in der kalten Luft und schrecke zusammen, als kurz das Licht flackert… 

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Wie, Ihr wollt mehr wissen?

Dann besucht die Kasematten in Rastatt und wandelt selbst auf den Spuren des Dämons und meiner Protagonisten.

Viel Spaß!