Besinnliches - oder  die Wichtigkeit der Weihanchtsdeko im Karton

Lange ist es her, dass ich hier etwas geschrieben habe, so dachte ich, mach ich doch einfach mal wieder. Es war ein so erfolgreiches Wochenende – und – ich fühle mich glücklich und zufrieden, und dass, obwohl meine Weihnachtsdeko noch immer in den Kisten schlummert, ich noch keine Plätzchen gebacken habe und mein Vorgarten noch immer ausschaut wie nach einem Herbststurm.

Woran es liegt?

Na jaa, ich weiß es schon, aber ist es wichtig?

Seit Februar diesen Jahres, und das hab ich hier noch nie erwähnt, zumal es viele die mich kennen ja auch wissen, habe ich einen neuen, (für mich weiteren) Job bekommen. Ich wurde Ortsvorsteherin – wie mein Sohn immer so schön sagt – Häuptling - von Bermersbach.

Der endgültige Entschluss dazu fiel vor einem Jahr - in der Familienrunde. 

Alle Argumente, die ich hatte, die dagegen sprachen, wurden von meiner Familie entkräftet. Und zwar derart, dass ich letztendlich zugeben musste, dass nichts dagegen sprach. Weniger Zeit für Häuslichkeiten, meinen Garten, auch weniger Zeit mit den Kindern, meinem Mann… Es war ja auch nicht schlimm, dass ich in den ersten Monaten keine Zeit zum Schreiben fand. Stimmt ja auch, die Protagonisten warten, bis ich wieder an den Tasten sitze. Und ja, seit Mitte des Jahres sitze ich auch da wieder regelmäßig dran. Viele Dinge haben sich inzwischen eingespielt und sind in der Neuorganisation meines Tagesablaufes nun fest integriert. Wenn ich bedenke, dass ich das erste halbe Jahr sogar noch meinen Vater bei uns hatte, weil er sich von einer schweren OP erholen musste, wundere ich mich im Nachhinein, wie ich alles unter einen Hut gebracht habe.

Und ja,.. was hat das jetzt mit dem vergangenen Wochenende zu tun?

Ganz einfach…

Man sagt immer so leicht, habt eine besinnliche Adventszeit. Ruhige Weihnachten, Zeit für Nähe, Ruhe, Gemeinsamkeit… dennoch sind so viele Menschen in dieser Zeit vor Weihnachten, alleine. Wo man doch gerade da gerne mal jemanden zum Reden hätte. Wie viele sind krank in den Krankenhäusern und Reha-Kliniken, und es kommt nie jemand zu besuch. Gerade zu der Zeit, als mein Vater im Frühjahr in der Reha war, konnte ich das immer wieder feststellen. Wie wichtig ist also dagegen die Tatsache, ob mein Vorgarten schön ausschaut?

Am 9. Dezember fand bei uns die Seniorenfeier statt. Eine mächtige Angelegenheit, die ich nur bewerkstelligt bekomme, weil ich fleißige Helferinnen und Helfer habe, die die Arbeiten drum herum erledigen. Es war die erste Feier dieser Art, die ich organisieren durfte. Und mir war klar, man würde mich mit Argusaugen beobachten. Doch mal ehrlich? War das Wichtig, ob sie mich beobachten oder nicht?

Ich glaube nicht, denn – je weiter der Nachmittag voran schritt, je fröhlicher und gelassener schauten alle drein. Als am Abend dann noch unser Musiktrio loslegte, fielen endgültig alle Hemmungen ab. Die Seniorinnen und Senioren sangen mit, klatschten und schunkelten, dass ich schon befürchtete, dass noch welche auf den Tischen tanzen. Die Freude, die die Akteure den Gästen gemacht haben, war den Augen abzulesen. Einige Male saß ich da und hatte Tränen in den Augen. Denn nichts anderes wollte ich haben, dass diese Menschen, die vielleicht manchmal tagelang keinen zum Reden hatten, einen schönen Nachmittag haben. Dafür hat es sich gelohnt, dass meine Weihnachtsdeko noch in den Kisten verpackt ist, weil, nicht an den Wänden ist Weihnachten, sondern im Herzen. 

Weihnachten ist zwischen den Menschen, wie sie miteinander umgehen. Die Freude, die man verbreitet und aussendet, denn sie kommt vielfach zurück. Dass ist Besinnlichkeit und der Weg in eine gute Weihnachtszeit. 

Ich hab ja noch Zeit, bis Weihnachten.

Jetzt kann ich gemütlich meine Deko auspacken, Neues basteln, mich über die Plätzchen freuen, die inzwischen die Oma gebacken hat und dankbar sein, für die Familie, die ich habe, die mir so sehr zur Seite steht und mich immer wieder in den Dingen bestärkt, die ich tue, auch wenns manchmal nicht so einfach ist. Diesen Zusammenhalt zu spüren, besonders in der Weihnachtszeit, das ist für mich ein besinnliches Weihnachten.

Und ich wünsche dieses Gefühl allen. 

Lehnt euch zurück, schaut hinaus, auch wenn es regnet und freut euch darüber. Bleibt einmal kurz stehen und besinnt euch auf die Dinge, die wirklich wichtig sind. … und dass ist nicht die Weihnachtsdeko die pünktlich zum 1. Advent stehen soll, nicht der Vorgarten, oder die noch nicht geputzten Fenster. Dass ist alles nicht so Wichtig.

Freude in den Augen unserer Lieben und der Menschen um uns herum. – Dass ist Wichtig!!