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Das arme „A“

Die Ferien sind jetzt schon eine Weile vorbei und ich habe endlich wieder Zeit mich um meine Schreiberei zu kümmern. Starte voller Energie mit meinen Projekten und dabei fällt mir etwas auf, was mich zu diesem Blog veranlasst.

Ich arbeite hier mit einem hochgestellten Notebook und davor liegt meine einfache schlichte Cherry-Tatstatur.

Manchmal habe ich den Eindruck, als verfüge sie über ein Eigenleben. Ganz ehrlich, so viele Vertipper, dass kann nicht sein. 

Nun ja, das wohlbekannte 10-Finger-System hab ich vor Jahren gelernt. Oh je, eigentlich sind es ja schon Jahrzehnte. Viele Jahre dazwischen habe ich dies einfach nicht benötigt, nicht angewendet und wenn ich mal vor einer Schreibmaschine saß, einfach nicht benutzt.

Vielleicht nimmt es mir, aus diesem Grund, diese Tastatur auch einfach übel, dass ich heute mit meinem 7-Finger-wild-Benutz-System einfach irgendwie darauf herumtippe. 

Jedoch muss ich sagen, mittlerweile hat selbst das ein wenig Plan.

AAAABER: 

Gerade jetzt, beim Überarbeiten von einem meiner Texte, fällt mir wieder auf, dass die Taste „A“ ein Eigenleben zu haben scheint.

Kann es nämlich sein dass bei jedem Wort, indem der zweite Buchstabe ein kleines „a“ ist, dies zu einen großen „A“ wird?

Jetzt schaust du sicherlich hinauf und prüfst den Text. 

Stop Stop… 

Moment, ich versuche natürlich, soweit es mir auffällt, den Text zu korrigieren. Daher wirst du jetzt nichts finden. Doch wenn ich dies nicht täte, staune ich immer wieder, wie viele „A´s“ sich eingeschlichen haben.

Woran mag das liegen? 

Fühlt sich das „A“ zurückgesetzt? Benütze ich zu wenige Worte, die mit einem „A“ beginnen?

Nun will ich es genau wissen und schaue selbst nach oben und lese meinen Text nochmals.

Und tatsächlich, ich finde kein Wort, das mit einem „A“ anfängt. Ok, ein paar, mit einem kleinen „a“, aber mehr nicht.

DA hAben wir es, und wenn ich die Worte nicht korrigiere, sieht mein Text so aus. Das große „A“ scheint sich in der TAt zu wenig beachtet zu fühlen. Immer und immer wieder versucht es sich in den Vordergrund zu stellen. AMnchmal drängt es sich sogar so weit nAch vorne, dAss es an der Aflschen Stelle steht.

Also gut, ich korrigiere lieber wieder. Es sieht auf die Dauer seltsam aus. Gut dass in meinem Schreibprogramm eine automatische Korrektur vorgenommen wird. Und bei diesem Gedanken bekomme ich glatt ein schlechtes Gewissen. Das große „A“ wird hier schließlich automatisch unterdrückt. Da ist es ja kein Wunder, dass es aufbegehrt, weil es gesehen werden will. Wieder und wieder entfleucht mir deswegen ein Kommentar, der sogar meine Kinder auf den Plan ruft. Gemeinsam überlegen wir, was zu tun ist und der rettende Gedanke kommt von meinem Sohn. Ich soll sein Wörterbuch nehmen und unter „A“ schauen, was es alles für Worte gibt und die dann auch benutzen. Vielleicht wird das „A“ dann etwas freundlicher gestimmt und drängt sich nicht mehr so in den Vordergrund.

Probieren wir es, sage ich.

Das ist eine ausgezeichnete Aktion. Vor allem im Advent sollte man nicht vergessen den Abfall rechtzeitig hinaus zu bringen. Achtung, nimm nicht die Abkürzung durch den Garten, und geh nicht am Abend, weil sonst der Alarm ausgelöst wird.

*haha*, meine Kinder Lachen sich kaputt und ich schüttle unzufrieden den Kopf.

Hallo „A“, ich bemühe mich sehr, doch so kann ich beim besten Willen nicht schreiben. Da kommt nichts dabei heraus, was die Leser interessieren würde. Aber ich verspreche dir, dass ich dir in Zukunft mehr Aufmerksamkeit zukommen lasse. Und vielleicht trainiere ich auch einfach mal ein klein wenig meine Finger und überdenke mein 7-Finger-wild-Benutz-System.

Hiermit starte ich auch einen Aufruf an alle, die das lesen.

Bitte schaut in die Wörterbücher und benutzt mehr Wörter, die mit einem großen „A“ beginnen.

Das große „A“ wird’s mir hoffentlich danken.

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