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Fluch des Bösen - Teil 1 Erinnerungen

Kurz vor Sarahs einundzwanzigstem Geburtstag macht ihre Freundin Rosalie eine aufregende Entdeckung: In einer Ausstellung hängt das Gemälde einer jungen Frau, die Sarah zum Verwechseln ähnlich sieht. Ebenfalls in der Ausstellung lernt sie John und seinen attraktiven Cousin Dominik kennen, der sich unsterblich in die Frau auf dem Gemälde verliebt hat und natürlich nichts lieber möchte, als diese Schönheit leibhaftig vor sich zu sehen. Überaus charmant laden die beiden Männer die Freundinnen zu einer großen Festlichkeit in Dominiks Landhaus ein. Die Freundinnen merken zu spät, dass auf Dominiks Landsitz nichts mit rechten Dingen zugeht – denn John und Dominik sind Vampire! Und dann, als Sarah erfährt, dass sie eine ›Sangvuella‹ ist, eine verfluchte Frau, von deren Blut sich die Vampire ernähren, ist es bereits zu spät: Sie hat sich in Dominik verliebt … Hin und her gerissen zwischen Liebe, Hass und Verzweiflung, ersinnt sie einen gefährlichen Plan.


Leseprobe

... Die falsche Entscheidung würde sie Zeit und damit vielleicht das Leben kosten. Aber was, wenn sie sich hier unmöglich aufführte und ihr Verhalten einfach nur albern war? Wenn es sich nur um ein Missverständnis handelte? Sie haderte mit sich. Sie hatte doch richtig gehört, dass Dominik ein Vampir war? Dann war es nur wahrscheinlich, dass auch John einer war. Rosalie begann, hysterisch zu lachen. Vampire! Als ob es so etwas geben würde! Und dennoch …

Sie wandte sich nach rechts und huschte an dem hohen Gitterzaun entlang. Tatsächlich befand sich auf dieser Seite in dem aufwendig geschmiedeten Portal eine Tür, die kaum zu erkennen war. Und sie war nicht verschlossen, sondern nur angelehnt. Rosalie öffnete die Tür und atmete auf.

John hatte unterdessen kehrtgemacht. Rosalies Duft wies ihm den Weg. Lächelnd und fast schlendernd folgte er ihrer Fährte. Er war überzeugt, dass es ihr nicht gelingen würde, das Grundstück zu verlassen. Auch er zog es vor, auf dem Rasen laufen, um seine Position nicht durch knirschenden Kies zu verraten. Mühelos konnte er trotz des nur schwachen Lichts der Fackeln am Wegrand die Toreinfahrt erkennen. Er vermochte selbst in gänzlicher Dunkelheit hervorragend zu sehen, so wie jeder Vampir.

Rosalie hatte die Tür bereits geöffnet. Sie drehte sich noch einmal nichtsahnend um, den Türgriff in der Hand, um zum Haus zurückzublicken.

Eine weitere besondere Eigenschaft der Vampire kam nun zum Tragen: Schnelligkeit. Sie vermochten sich so flink zu bewegen, dass es für das menschliche Auge nicht mehr sichtbar war. John stellte die Öllampe ab und befand sich einen Sekundenbruchteil später neben der Eisentür auf der Seite außerhalb des Grundstücks.

Rosalie kehrte ihm den Rücken zu. Sie haderte mit sich. Sollte sie wirklich gehen und mich, Sarah, allein zurücklassen? Aber was konnte sie alleine schon ausrichten? Sie musste Hilfe holen! Als sie sich wieder umdrehte, um durch die Tür zu treten, blickte sie in Johns lächelndes Gesicht; lässig lehnte er am Steinpfeiler.. Sie stolperte rückwärts und fiel über ihre eigenen Füße. Da saß sie nun auf dem Kies und sah John an, unfähig, sich zu bewegen.

Stumm hielt er ihr seine Hand entgegen. Fast mechanisch gab Rosalie ihm ihre und ließ sich auf die Füße ziehen. Sie konnte nichts anderes tun, als John mit geweiteten Augen hilflos anzustarren.

John hielt Rosalie fest an der Hand.

Noch einmal würde sie ihm nicht entkommen. Langsam zog er sie zu sich heran und legte seinen Arm um sie, während er sie schmunzelnd ansah. Das schwache Licht der Lampen, die die Torauffahrt beleuchteten, ließ ihn schön und geheimnisvoll aussehen. Sanft gab er Rosalie einen Kuss.

Rosalie machte sich steif und versuchte sich gegen die Zärtlichkeit zu wehren. Ihr fehlte jedoch jede Kraft. Er ließ beide Arme wie Schlangen über ihren Körper gleiten und küsste sie erneut – länger, inniger und intensiver als zuvor.

Dieses Mal gab Rosalie nach. Es gefiel ihr, und sie konnte sich plötzlich nicht mehr vorstellen, dass ihr dieser Mann etwas tun würde. Sie erwiderte den Kuss, vollkommen in seinen Bann gezogen.

John umfasste Rosalie und sprang mit ihr in den Schatten der Mauer. Völlige Dunkelheit umhüllte sie. Er küsste sie auf Stirn und Wangen und drehte sachte ihren Kopf zur Seite. Liebevoll ließ er seine Lippen über ihren Hals gleiten und spürte ihren Puls.

Rosalie kam plötzlich zu Bewusstsein, was hier passierte –aber es war zu spät.  ...