Meine Gedanken – mein Empfinden – meine Gefühle!!

Reduziert entspannen!

Was auch immer den Anlass für die unterschiedlichsten Gedanken gibt; Auslöser wie dieser - ich sitze an Deck eines „Plattbodenschiffes“ und genieße meinen Kaffee an Deck, in der Frühe.
Um mich herum erwacht die Stadt – Hamburg/Harburg – der Himmel zeigt sich blau, Möwen fliegen umher. Eine davon nistet unmittelbar neben uns auf deHausboot-Jonathan_1.jpegm Bug des Schiffes, welches dort fest vertäut liegt. Noch ist die Wasseroberfläche glatt. So glatt, dass ich mir vorstelle, dass es einfach nur ein glänzender Boden ist, auf dem ich zur anderen Seite des Kanals laufen könnte.
Linksseitig, etwa 50 Meter entfernt, eine schmale Fußgängerbrücke, die den Kanal überragt. Am Tag zuvor hatte ich entdeckt, dass sie schwenkbar sein muss, was Sinn macht, denn wie hätten sonst diese ganzen Schiffe und Boote in diesen Teil der Elbe gelangen sollen. Die größere Autobrücke 100 Meter rechts kann hochgezogen werden, ganz so wie man es von manch Filmen kennt. 
Es ist so ruhig – so verdammt ruhig. 


Was ich hier mache?
Ein paar Tage Urlaub.


Wie immer suchten wir das etwas andere. Nicht diese Fülle – diesen schier unbezahlbaren Luxus. Dieses Gedränge und Gemotze am eigentlich maßlos überfüllten Frühstücksbuffet, bei dem es augenscheinlich an nichts mangelt. Wirklich an nichts? Immer wieder gelingt es Hotelgästen etwas zu finden, was es „offensichtlich“ nicht gibt, und ohne dass der Urlaub unschön würde. Ohhh, wie ich das verabscheue inzwischen. Wirklich! Diese unzufriedenen überladenen Menschen, die mit nichts zufrieden scheinen. Dann gestresst nach Hause kommen, weil sie ja ständig darum kämpfen mussten, im Urlaub auf nichts verzichten zu müssen.  Ja, ich weiß, ich bin bitterböse, wenn ich das sage – dessen bin ich mir bewusst – aber – alles schon erlebt – und damit meine ich eben solche Menschen.
Menschen, deren Welt zusammenbricht, wenn nicht der perfekt gebratene Speck zu haben ist. Aber ich denke, sollen sie es doch haben, ihr perfektes Leben, auf nichts zu verzichten, immer gestresst sein zu dürfen, denn der Nachbar oder Arbeitskollege ist es ja meist auch. Da darf man doch in nichts nachstehen. Ist das so?

Kaffeetasse-auf Deck-300x400.jpegIch habe mich da noch nie gesehen. Schon immer drängte es in mir nach weniger – reduzierter – weg von dieser Maßlosigkeit – diesem kaum zu bewältigenden Müll.
Hin zur Ruhe – Besinnlichkeit – die Suche nach der Freiheit im Innern.
Und je reduzierter ich das hinbekomme, desto freier fühle ich mich – befreiter.
„Geht das denn?“ – werde ich oft gefragt. „Vermisst du da nicht etwas?“
„Was denn?“ – sag ich. „Was soll ich denn vermissen?“ - Ich brauche Luft zum Atmen, ein Bett, etwas Wasser für Kaffee und einen Platz, an dem ich sein darf. Sitzen kann, und meinen Gedanken nachhängen. Die Seele baumeln lassen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Weg von den übermächtigen Reizen, denen ich im Alltag oft nicht ausweichen kann. Das brauche ich in meiner freien Zeit, und schon gar im Urlaub, nicht auch noch.
Ich reinige mich sozusagen – von dem ständigen – „jeder will was von mir“.

Reduziert – so wie hier auf dem Hausboot, wo ich an Deck sitze und in der Frühe meinen Kaffee genieße. Das leichte Schaukeln des Schiffes wiegt mich sanft in meinen Träumen, wenn ich die Augen schließe. 
Mittlerweile ist die Wasseroberfläche nicht mehr so glatt, sie kräuselt sich. Eine leichte Brise weht – angenehm. Sie nimmt die Sorgen mit - die schlechten Gedanken – die garstigen Gefühle, die mich bis hierhin begleitet hatten. 
Die Briese bringt Reinheit mit, Entspanntheit, Gleichmut.
Ich spüre inneren Frieden, Freude und wünsche mir, dass dies doch viel mehr Menschen hinbekommen – der zwischenmenschliche Umgang wäre dann sicherlich ein Besserer.
Mein Blick gleitet über das Wasser.
Hier kann ich Kraft tanken für die hektische Welt, in der jeder nur darauf erpicht ist schneller, besser, höher und weiter zu sein,… STOP!
Nicht schon wieder.
Jeder hat selbstverständlich das Recht zu sein, wie er möchte.
Das ich denke, dass es leichter und oft einfacher wäre, wenn nicht jeder so erpicht darauf wäre, auf nichts verzichten zu müssen – ist einfach mein Empfinden. Meine Gedanken!
Meine Welt funktioniert etwas reduzierter, weil Vieles dadurch einfacher ist. Weil ich dadurch viel mehr zulassen kann, mehr diesen so wichtigen Gleichmut aufbringen kann. - Zufrieden sein kann.
Das funktioniert, weil ich meine freie Zeit und meinen Urlaub so verbringe wie jetzt.
Mit einer Tasse Kaffee an Deck eines Hausboots.

Eure Manuela Maer

 

Wo ich war wollt ihr wissen?

In Hamburg-Harburg, auf einem Hausboot im Museumshafen.

https://hausboot-jonathan.de/   (Ich werde nicht dafür bezahlt, dass ich das hier kundtue! Ich mache das, weil ich es dort einfach toll fand.)